18.01.2022

Wasserstoff-ÖPNV als Puzzleteil des Lausitzer Strukturwandels

von electrive.net

Die Lausitz wird häufig in Verbindung mit dem viel zitierten Strukturwandel gebracht. In Cottbus vollzieht sich ein konkretes Projekt dieses Wandlungsprozesses: die teilweise Umstellung des ÖPNV-Ökosystems auf Wasserstoff. Das Vorhaben soll „deutschlandweit Modellcharakter“ haben.

Haupttreiber des Projekts sind der regionale Energiekonzern Leag und der ÖPNV-Anbieter Cottbusverkehr. Beide Akteure sind zudem Teil eines Netzwerks von Institutionen und Unternehmen, die zusammen daran arbeiten, Wasserstoff als nachhaltigen Energieträger in der Region zu verankern. Unter dem Projektnamen „Nachhaltige Nutzung von Wasserstoff im ÖPNV“ soll Wasserstoff als Energieträger nun allen voran im Stadtbusverkehr sichtbar werden. Laut dem Land Brandenburg handelt es sich um das erste Projekt dieser Art, bei dem ein kommunaler mit einem privatwirtschaftlichen Partner kooperiert.

Ein Teil der Fahrzeugflotte von Cottbusverkehr mit aktuell insgesamt 55 Bussen soll künftig mit „grünem Wasserstoff“ fahren. Noch braucht die Realisierung allerdings Zeit, zunächst muss die Finanzierung stehen. Dazu trägt unter anderem eine Förderung in Höhe von 5,62 Millionen Euro bei. Die entsprechenden Zuwendungsbescheide übergab Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach im Dezember persönlich am Betriebshof von Cottbusverkehr.

Ein Sprecher des ÖPNV-Unternehmens äußert auf Anfrage von electrive.net, dass die genaue Anzahl von Wasserstoffbussen, die angeschafft werden sollen, noch nicht feststehe. Auch Themen wie der Zeitpunkt der Ausschreibung sollen erst später offiziell gemacht werden. Spruchreif ist dagegen, dass Cottbusverkehr mit einem Teil der Fördersumme seine Bus-Werkstatt auf die Wartung und Reparatur von H2-Bussen vorbereiten will. Außerdem hat das Verkehrsunternehmen vor, eine öffentliche Wasserstofftankstelle in der Nähe des Betriebshofes in Cottbus aufzubauen. Von ihr erhoffen sich die Projektpartner eine Impulswirkung für nachhaltige, klimaneutrale Mobilität in der Lausitz und einen Anreiz für weitere lokale Akteure, die eigenen Fuhrparks auf Brennstoffzellenbetrieb umzustellen.

Der benötigte Wasserstoff soll in einer eigens dafür vorgesehenen Elektrolyse-Anlage erzeugt werden, die mit erneuerbarem Strom betrieben werden soll. „Die mit diesem Projekt verbundene Wertschöpfung soll möglichst in der Region bleiben“, sagte Thomas Hörtinger, Asset Manager für den Bereich Kraftwerke bei der Leag, bereits bei der Bekanntgabe des Projekts im Sommer 2020. „Die lokale Erzeugung und Speicherung von Wasserstoff und seine Abnahme und Nutzung als Treibstoff hier vor Ort ist kostengünstig und betriebswirtschaftlich sinnvoll, weil keine langen Transportwege nötig sind.“

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